Dojunim Kim Sou Bong entwickelte ein Lehrsystem, dass speziell auf die Fähigkeiten und die Person des Schülers eingeht. Nicht die Hapkido - Technik und deren Anwendung allein steht im Mittelpunkt. Komplexe Übungs- und Bewegungsformen , sowie gezielte, auf den jeweiligen Schüler ausgerichtete Gymnastik stärken sowohl die geistigen als auch die körperlichen Fähigkeiten. Der Trainingsablauf und das Übungsziel wird individuell im Dialog mit ausgebildeten Lehrmeistern festgelegt. Das Erkennen der eigenen Möglichkeiten und nicht aus Angst in einer Stresssituation aggressiv zu handeln ist ein besonders Wesensmerkmal dieses Lehrsystems. Die Hapkido Schülerin / der Hapkido - Schüler entwickelt sich im Zuge des Studiums zu einer ausgeglichenen Persönlichkeit mit der notwendigen Stärke aber auch der gebotenen Sensibilität, um einen festen Platz in der Gesellschaft einzunehmen.

Bereits in jungen Jahren interessierte sich Großmeister Kim für koreanische Kampfkünste. Als Jugendlicher erlernte Kim bei seinem Lehrmeister Dojunim Ji Han Jae Hap-Ki-Do und legte bereits mit 18 Jahren die Prüfung zum 1. Dan ab. Bis zum 3. Dan war Herr Kim als Trainerassistent bei Großmeister Ji Han Hae tätig. Mit 25 Jahren legte GM Kim die Prüfung zum 4. Dan ab und reiste 1964 als Bergarbeiter in Deutschland ein.

Im Sommer 1972 stellte GM Kim Sou Bong in Schladming im Rahmen einer Sportveranstaltung Hap-Ki-Do vor und ein Jahr später wurde Hap-Ki-Do offiziell in Graz eingeführt. Bereits im Jahre 1974 wurden die ersten Kub-Prüfungen in Österreich abgehalten. Diese und die folgenden Prüfungen wurden von GM Kim, der in Düsseldorf lehrte, im Zuge von Lehrgängen und Aufenthalten in Österreich abgenommen. Zur Ergänzung reisten einige Schüler für mehrere Wochen im Jahr nach Deutschland um direkt bei GM Kim zu lernen.

Am 30 August 1978 legte Gerhard Agrinz als einer der ersten Österreicher die Hap-Ki-Do Meisterpfüfung ab.

GM Kim hielt in diesen Jahren auch die ersten Lehrgänge in den Benelux-Ländern ab und machte diese Kampfkunst auch dort bekannt. Als sein Hauptverdienst für Hap-Ki-Do gelten die "Basis-Lehrmethode" und die Systematisierung der Techniken. 1976 schrieb er auch das erste deutsche Hap-Ki-Do Buch.

Basierend auf seine Erfahrungen entwickelte GM Kim in den 80er Jahren sein System weiter und baute ein verbessertes Lehrsystem auf.

Anfang der 90er gründete er das "Europäische Hap-Ki-Do Bildungszentrum" in Düsseldorf, in dem er vordergründig Hapkido-Schüler nach seinem entwickelten TMR-Lehrsystem (technisch-moralische Realitätsform) ausbildete. Diese Lehrmethode basiert nicht auf den systematische Aufbau einer technischen Abfolge, sondern gibt dem Schüler die Möglichkeit, selbstständigt mittels TMR-Übungselementen seine Persönlichkeit aufzubauen und seine Schwächen und Stärken selbst zu erkennen.

Nahezu bis zu seinem Todestag am 4. August 2011, betrieb Großmeister Kim Sou Bong sehr erfolgreich das Hapkido Bildungszentrum in Düsseldorf, in dem er vordergründig Übungsleiter und Lehrmeister ausbildete. Er war Begründer des "Internationalen Hapkido Dan-Kollegiums" und der europäischen Hapkido Verbände. Das Lehrsystem Kim Sou Bong ist das Ergebnis der unterschiedlichsten Erfahrungen, Studien und Erlebnisse.